Haus-Heim-Hof

Erst Corona 19 und jetzt auch noch die Ratten

Hi ihr Feinschmecker, möchte Euren Wettbewerb der antiken Rezepte einmal unterbrechen und Eure Aufmerksamkeit auf etwas aus der Neuzeit zum Thema Haus-Heim-Hof richten.

Zu Zeiten der Corona-Epidemie bzw. Covit-19-Pandemie und den Ausgehbeschränkungen nimmt allerorten die Population des Rattenvolkes zu. Die zu Hause, aus purer Langeweile, um die Wette futternden Bevölkerung wirft offenbar die zuviel gehamsterten Lebensmittel in großen Mengen ins Klo und dadurch in die Abwasserkanäle und den Ratten zum Fraß vor.
Wie das zu Haus zum Nichtstun gezwungene Volk kommt auch die Ratten bei einer derartigen Versorgung auf die Idee zu poppen, was das Zeugs hält.
Unser Nachbar – ein landwirtschaftlicher Milchviehbetrieb – sorgt zudem durch seine Misthaufen für behagliche Wohnverhältnisse. Sein Hühnerstall – existiert zur privaten Versorgung – ist immer häufiger das Ziel der vierbeinigen Winzlinge und sie überfallen und entführen frisch geschlüpfte Küken oder verzehren sie an Ort und Stelle.

Ja, eine Krise kommt selten allein.
Die Nummer, die die Ägypter mit den 10 Plagen erlebt haben, könnte sich vor unseren Augen gerade wiederholen.
Finanzkrise, Bankenkrise, Europakrise, Dieselkrise, Plastikkrise, Klimakrise, Bevölkerungsexplosion, Ressourcenkriege, Wassernotstände, Ernährungsengpässe, unerhört unfähige, selbstsüchtige Politiker und das unverständliche Ausbleiben des Rattenfängers von Hameln, der hier fette Beute machen könnte.

Also ich schaue vor etwa 10 Tagen aus dem Fenster in unseren Garten und mein Blick fällt auf eine Bewegung in einem Busch.
Ich glaube meinen Augen nicht zu trauen.
In dem Wirrwarr der dürren, noch nicht belaubten Zweige huscht eine Ratte hin und her. Sie huscht nach oben auf die nach außen überhängenden Zweige und lässt sich dann von oben in eine mit Vogelfutter versehene Schale fallen. Nimmt zack-zack etwas Futter in ihr Maul, springt behände von der Schale hoch zurück in die Zweige, saust diese hinunter in Richtung Boden und …. weg ist sie.

Nun erklärt sich mir, dass in den Tagen zuvor die Meisenknödel binnen 2er Tage aufgefuttert waren und die leeren Netze im Garten auf dem Rasen umherwehten.

So ein Mist.
Wir haben Ratten zu Besuch und evtl. sogar auf dem eigenen Grundstück.

Mein Nachbar, dies offenbar gewohnt, ist die Ruhe selbst.
Er gibt mir Rattenköder und zwei Köderbehälter, keine Fallen, in die ich die Köder einhänge.
Jeder Köderbehälter, in Form eines in Längsrichtung aufklappbaren Rohres, wird mit 6 bis 8 Ködertütchen – aufgespießt auf kleine Metallspieße – bestückt und so abgelegt, dass Mäuse und Vögel, aber auch die eigene Katze, nicht daran können. Außerdem habe ich die Köderstationen rechts und links mit Ziegelsteinen vor dem Verrutschen bewahrt und von oben mit einem Ziegelstein abgedeckt. Sie sind wie festgemauert positioniert.

Seitdem ich damit am 13.04. begonnen habe, sind die Köderstationen jeden Morgen leer und somit
pro Tag 12 Ködertütchen aufgefressen oder verschleppt worden. D.h. 14 x 12 Köder.

Ich hoffe, dass das Füttern der Ratten mit ungesunden Ködern, die ihnen den Garaus machen sollen, bald ein Ende findet. Die Viecher fressen mir glatt die Haare vom Kopf.
Eine Packung dieser Köder kostet 18 Euro.
Aktuell verbrauche ich 1 Packung pro Woche. Ein Ende vermag ich noch nicht abzusehen.

Das Zeugs, das ich von meinem Nachbarn erhalten und verfüttert habe, nennt sich Brumolin Ultra, ist in einem signalroten Karton verpackt, beinhaltet 500 Gramm blaue Einzelköder.

Ob es was wirkt werde ich wohl hoffentlich bald in Erfahrung bringen.
So richtig kann ich mich nämlich mit unserem ungebetenen Zuzug nicht anfreunden.
Sie haben mir zwar nichts getan, aber allein, dass es sich um sogenannte Hausratten handelt, sie tragen ihren Schwanz gerade ausgestreckt nach hinten in der Luft schwebend, macht sie mir nicht gerade sympathisch.

Kampflos übergebe ich denen meinen Hausgarten (ca. 400 Quadratmeter á 230 Euro / m² ) nicht. Ich wohne hier schon einige Jahrzehnte länger als das Rat-Pack. Das war hier auch vorher noch nicht ansässig. Da bin ich mir 200%ig sicher.

Ich unterrichte euch gern, wie es zwischen uns weitergeht.
Bin im Moment ratlos.
Euer Rudi.

Schreiben Sie bitte Ihre Meinung hierzu

Your email address will not be published. Required fields are marked *