Haus-Heim-Hof

Neues Fränkisches Kochbuch – 1813

Das ist mir quasi “über den Weg gelaufen”. 
Verhandele mit der Besitzerin, ob sie es mich erwerben lässt. 
Das Vorwort (die Vorrede) macht mich an, klingt unglaublich abgefahren.

“Auf Drängen der Freundinnen, die es kaum erwarten konnten ….., um  Unerfahrenen nützlich zu sein …..”

Unglaublich schräg. Um die 1810 herum mit so viel Selbstlosigkeit zusammengesammelt und in ein verbraucherfreundliches Buch gedruckt,  nur im Interesse und auf Bitten der Verbraucher.
Diese Aussage “immergültige” Anpreisung könnte tatsächlich auch aus einer modernen  24-Stunden-TV-Verkaufsschau stammen.
Haben heutige Werbemacher diese scheinbar seit 1800 wirksame, unschuldig wirkende  Werbestrategie von der Verfasserin  abgekupfert?

 

 ————– Vorrede  ————–

Schon oft bin ich von guten Freundinnen und Bekannten aufgefordert worden, ein Kochbuch herauszugeben, weil sie wußten, daß ich zu Hause bei meinen Eltern und dann auch von einem herrschaftlichen Koch in der Speisezubereitung Unterricht und Uebung hatte; allein theils das Bewußtsein, daß es an Kochbüchern nicht fehle, theils meine eigene Schüchternheit verursachten, daß ich dieser freundschaftlichen Aufforderung anfänglich nicht Genüge leistete; indessen eine wiederholte Aufforderung machte erst den Entschluß rege, diese Wünsche zu erfüllen. Ich übergebe hiermit das Werk unter dem Titel: NEUES FRÄNKISCHES KOCHBUCH etc. dem Druck, blos in der guten Absicht, in der Kochkunst Unerfahrnen durch diese Vorschriften nützlich zu werden.

Ich muß hierbei hauptsächlich bemerken, daß ich in meinen Vorschriften Ansbacher Maaß und Gewicht beigehalten habe, worein sich jede Köchin, in Ansehung des Mehrern oder Wenigern, durch eigenes Nachdenken und durch das, Seite xxxi – xxxii beigefügte; Verhältnis des Baierischen Maaßes und Gewichts gegen das ehemalige Ansbacher Maaß und Gewicht etc. leicht finden wird.
Sollten mich einige deswegen tadeln, daß bei vielen Vorschriften in Ansehung der Speisen und des Backwerks zu großer Aufwand gemacht werden müßte, da Zucker und Gewürze jetzt in zu hohen Preisen stünden, so muß ich zu einiger Rechtfertigung, anführen, daß ich nur das bestimmt habe, was eigentlich erforderlich ist; übrigens bleibt es Jedem freigestellt, sich hierin nach Gefallen Abbruch zu thun.
Ich bitte zugleich um Nachsicht und Schonung und meine gute Absicht nicht zu mißkennen.

Ansbach, im Monat Februar 1813

M. D. Funk

 

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