Haus-Heim-Hof

Erlebnis pur = Kauf eines e-Bike als Klapprad

Gestern stieß ich online auf ein interessant klingendes e-Bike-Angebot.
Die heute marktübliche 36V-Technik ist verbaut.
Und das elektrisch angetriebene City-Bike wiegt 17 kg incl. Premium Lithium Akku, welcher wegen sehr hoher Leistungskapazität für langen Fahrspaß sorgen würde.

1 klappbares e-Bike für knapp 597 Euro.
Statt üblicher 1.299 Euro, die das Gerät offenbar sonst kosten soll und Qualitätsräder anderer Anbieter scheinbar auch kosten.

Keine 1.300 Euro!
Ist das noch zu toppen?

Diese „offiziellen“ (?) 1.300 Euro, die für dieses Rad allerdings nirgendwo im Netz tatsächlich vom Kunden verlangt werden, sind erkennbar durchgestrichen. Wodurch mir klipp und klar mitgeteilt wird, dass ich auf jeden Fall 702 Euro spare.
Ich !!!!!
702 Euro gespart, dass sind dann unglaubliche 54% Preisnachlass!

Wenn so etwas mein Interesse nicht sofort zu 100% auf sich zieht, was für „Schnäppchen“ muss der gute Händler mir eigentlich dann noch vor die Füße legen?

Und tatsächlich: 1 weiterer Käufer hat dieses großherzige Angebot auch erhalten, das e-Bike tapfer ausprobiert und mit 5 zufriedenen von maximal 5 zu vergebenden Sternen bewertet.
Eine sehr gute Prognose.
Die Transportkosten für diesen Kassenschlager betragen allerdings überraschende 99,95 Euro.
Davon sagte der Käufer nichts. Komisch.

Zusammengerechnet könnte die Maschine für 700 Euro bei uns auf dem Hof stehen.

Bin ich eine Glückspilzin? Ich hätte es nie zu hoffen gewagt!

Wie es so ist will ich auf meinen Ausflügen mit der Familie gleich mehrere Klappräder mitnehmen. Warum zu Anfang nicht gleich 2 Pedelecs?
Ich frage also schriftlich, direkt per Mail und neben dem Onlineshop beim Verkäufer nach, was der Transport gleich zweier Räder kostet und erhalte umgehend eine NachrichtMail mit der Nachricht, ich soll im Onlineshop die Zahl der gewünschten e-Bikes eingeben und sofort würden mir die Versandkosten ausgerechnet.
Ich hoffe, dass es ggf. preiswerter wird, da mir ca. 100 Euro Transportkosten sehr hoch vorkommen, zumal ich mir ausrechne, dass die Fahrräder nicht vom Lieferanten verpackt werden müssen, sondern in der Transporthülle verbleiben, in welcher der Hersteller sie angeliefert hat.

Ich tue wie mir geraten wird und bekomme einen „Herzkasper“.
Der Transport 2er Klappräder á 17kg kostet nun nicht 2 x 99,95 Euro.
NEIN er kostet unerwartete 3 x 99,95 Euro !
Der Kauf zweier Fahrräder kostet also nicht 2 x 696,95 = rund 1.400 Euro, nein, er kostet 1.493,00 Euro. Rund 1.500 Euro.
Also noch eine 3. Transportkostenpauschale für 2 e-Bikes hinzu?
Warum das?
Kann der Verkäufer nicht rechnen?
Bin ich zu blond für so eine schlichte Rechenaufgabe?

Ich öffne also mein Mailprogramm und tippe:

…… , warum ist es preiswerter, bei Ihnen 2 Fahrräder nacheinander und einzeln zu bestellen, als 2 Fahrräder gleichzeitig?
Sie verlangen Versandkosten f. 3 Räder. Bei 4 Fahrrädern entspricht der Tarif für’s Versenden auch dem für den Einzelkauf von 5 Fahrrädern.

Steckt dahinter ein Programmierer mit Mathematikschwäche oder hat das einen verständlichen Grund, den der Kunde erst später erfahren soll?

Bei …… finde ich leider erst 1 Kommentar, eines Kunden, der sich mit 250W gut die Berge hinauf ziehen lässt.
Kunden anderer Hersteller sehen dies bei 250W durchaus als nicht ausreichend an.
Auf welcher Website finde ich Ihre AGB und Klauseln der Rücksendekosten im Falle eines notwendigen Widerrufs?
Für eine baldige Info danke ich Ihnen.

Hierauf habe ich noch keine Antwort erhalten.
Ehrlich? Ich rechne auch nicht mit einer Erklärung
Solche Kundinnen wie mich wollen die bestimmt nicht?
Und was für eine wirklich kluge Erklärung sollte es geben, dass die Reduzierung des Verkaufspreises durch überhöhte Lieferkosten wieder reguliert wird?

*

Durch diese Situation misstrauisch geworden habe ich mich inzwischen etwas schlauer gemacht und bin im Onlineshop unter dem Link des Verkäufers auf die im Shop hinterlegten AGB und Widerrufsbelehrung gestoßen.
Wie erwartet gibt es keinen Hinweis darauf, dass für mich eine Rücklieferung im Falle eines Widerrufs kostenlos sein könnte.
Auch im Falle einer Reklamation muss man das Gerät irgendwie zum Verkäufer schaffen.

Dazu sollte man vielleicht unbedingt die Versandverpackung der Anlieferung vorsichtig behandeln und auf jeden Fall aufheben.
Sich schon vor dem Kauf mit Hermes oder DHL in Verbindung setzen, um zu ermitteln wie deren Preise sich lesen.

Unter dem Suchbegriff „Fahrrad versenden“ bin ich auf diesen Link gestoßen, den ich hier einmal vollkommen unverbindlich einfüge:
https://versandtarif.de/versandtools/versandkostenrechner/versandzumfestpreis/sport_und_freizeit.aspx

Dieser Link kann als Hilfe oder Hinweis dienen, sich dieser Kosten schon einmal zu vergewissern, ehe man sich womöglich unüberlegt auf ein Wagnis einlässt.
Aktuell sind hier Preise von 40 Euro bis 50 Euro angegeben. Dafür werden die Fahrräder sogar abgeholt.

Ratsam wäre es daher, ein Fahrrad mit überhöhten Frachtkosten selbst abholen zu lassen.
Einfacher lässt sich kein Geld sparen oder bequemer lassen sich vollkommen unnütze Ausgaben nicht einsparen.Es sei denn, der Verkäufer hat diese Klappräder gar nicht im eigenen Lager und lässt diese zu teuren Konditionen von Fall zu Fall z.B. aus dem Ausland an liefern.

Das erklärt mir aber immer noch nicht die 3-fachen Lieferkosten für 2 Fahrräder oder die 4-fachen beim Kauf von 3 Klapprädern.
Ich halte das einfach für unmöglich. Eine Ausrede, der Onlineshop könne nicht rechnen, wäre zu einfach.

Nur ein paar wahllos herausgegriffene Beispiele im Shop des Onlineriesen Amazon für Transportkosten innerhalb und nach Deutschland:

Coorun Mountainbike für 580 Euro = 3 Euro
Volthor RY für 550 Euro = KOSTENLOSE Lieferung
RICH BIT® RT 730 für 1.150 Euro = wird GRATIS geliefert
Kompakt Klapprad von Power One (P1) = GRATIS-Lieferung
VECOCRAFT Nemesis für 599 Euro = KOSTENFREIE Lieferung
GermanXia Mobilemaster TOURING CH 7G für 1.109 Euro = 59 Euro f. Lieferung NACH Deutschland
Flying Donkey für 597 Euro = 99,95 Euro f. Lieferung NACH Deutschland

**
Ich stelle fest, dass es einen Zusammenhang zwischen der Leistung des Motors in Watt, den Volt der Litium-Batterie und dem A/h (AH) gibt.
Ich muss wohl nicht erklären, dass ich in diesen Dingen vollkommen unbedarft bin, aber je höher diese 3 Angaben in anderen Onlineangeboten werden, um so höher klettert der Preis und umso länger ist die Fahrleistungen zwischen den Aufladungen der Batterie angegeben bzw. um so erkennbar länger hält das Rad durch, ehe es wieder an die Steckdose muss.

Ich habe Beispiele für derartige Fahrleistungen bis zu 150 km gefunden.

***

Bei YouTube finde ich etliche Videos zum Thema „e-Bike, Klappräder“.
Auch zu dem, welches mir aufgefallen ist und der Grund dieses Beitrags wurde.
Hier hat das Ehepaar sich nach 2.000 gefahrenen Kilometer andere e-Bikes gekauft. Mit stärkerem Motor und höherer Laufdauer.
Richtig unzufrieden haben sie sich zum klappbaren e-Bike aber trotz des Wechsels zum anderen Produkt nicht geäußert.
Die neuen Räder haben sie sich allerdings aus Holland geholt.
Der niederländische Hersteller liefert nicht an Verbraucher nach Deutschland und seine Serviceleistungen und Wartungen führt er nur in seinem Geschäft durch.
Da muss man dann wohl oder übel hinfahren, dort übernachten oder sein Rad an einen Versenden geben.
Super ist etwas anderes.

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Nicht alle faltbaren e-Bikes haben eine Zulassung für den deutschen Straßenverkehr.
Darauf muss ein Käufer unbedingt achten. Es ist oft nicht nur die batterieunabhängige Beleuchtung und fehlende Klingel, welche zu Ärger führt. Auch zu schwache V-Bremsen wurde gerügt.

Wenn ich den Kundenkommentaren zu einzelnen e-Bykes folge, erwiesen sich als ultrastark bezeichnete Elektromotore schon bei geringsten Steigungen als zu schwach.

*****
Nicht richtig klar ist mir bislang, wie ich einen verlässlichen Diebstahlschutz für diese e-Bikes hinbekomme.

All das spricht konsequent dagegen, dass ich so leichtsinnig bin, mir ein zu teures, unbedingt hochwertiges Klapprad für Urlaub und alltägliche Einkaufsfahrten am Wohnort zu kaufen.
Zu den wichtigen Fragen einer e-Bike-Versicherung gibt es gute Tipps
bei ” ➡ Bußgeldkatalog.org”

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Eine Wissenslücke möchte ich doch noch schließen.
Wird der Nabenmotor im Hinterrad längerfristig halbwegs modern bleiben und sich als fester Standard durchsetzen oder womöglich bald durch den wirksameren Mittelmotor an den Pedalen verdrängt werden.
Auch ist die Entwicklung eines kettenlosen e-Bike in Gang gekommen.
Hierzu ist im Gespräch, dass in wenigen Jahren das Treten der Pedale den Verbrauch des Betriebsstroms nahezu ganz ausgleicht und eine Ladestation den alten oder den Billigrädern vorbehalten sein wird.
Toll wäre das schon. Irgendwie habe ich nämlich Sorge, dass der Kettenspanner der Gangschaltung am Hinterrad sehr tief angeordnet ist und zur Erde zu wenig Abstand einhält. Wenn man dies vergisst und plötzlich mutig oder leichtsinnig vom Radweg abweicht, kann es durchaus geschehen, dass die Vorteile eine e-Bikes an einem Gebüsch oder im dichten Gras einer Naturwiese hängen bleiben.

Wo sich der Preis der kettenlosen Räder wohl einpendeln mag?
Zur Markteinführung sicherlich im Hochpreissegment.
Aber alle Alltagsgerätschaften werden durch Masse und Konkurrenz nach und nach preiswert.

2 KommentareSchreiben Sie Ihre Meinung

  • Wir haben uns Klappräder aus dem EU-Ausland mitbringen lassen. Ich lasse das Land weg, um niemand zu ärgern. Wir kauften insgesamt 5 Räder für den Preis, für den wir hier bei uns in Wiesbaden gerade einmal 3 bekommen hätten. Wenn überhaupt.
    Meine Erfahrung: FINGER WEG!
    Wenn es zu Hause oder in der näheren Umgebung keinen Ansprechpartner für so ein Auslands-EU-Fahrrad gibt, beginnen die Probleme schon kurz nach der Heimfahrt. Kein Fahrradhändler bastelt an einem Fahrgestell herum, für dass er nicht die passenden Ersatzteile bekommt. Tut er es doch, dann wird das Experiment in kurzer Zeit so teuer, dass der einst vorteilhafte Auslandspreis null komma nix dahin ist.
    Keiner von uns fünfen würde so etwas noch einmal machen.

    • Dieser Kommentar kommt wie gerufen!
      Morgen wollten wir uns 2 Schnäppchenräder eines spanischen Anbieters kaufen. Wir haben wegen des Kommentars noch einmal recherchiert. Tatsache. In Deutschland gibt es keine Servicestation.Auch haben wir keinen Hinweis auf jemanden gefunden, der über ein solches Fahrrad etwas zu berichten hat.
      Wir folgen Deinem Rat und sagen danke.
      Ich darf gar nicht daran denken, was uns blüht, wenn wir die Räder andauernd mit einem Frachtunternehmer durch Europa kutschieren lassen müssen.
      Friede und ich kaufen bei uns zu Hause.

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