Haus-Heim-Hof

Mein Kettenschärfer de luxe

Warum ich einen Profi-Kettenschärfer beauftrage und die Finger von unqualifizierten Eigenleistungen lasse:

Ich hole jedes Frühjahr zwischen 20 und 35 Raummeter als vorgeschnittene 3m-Holzstämme vom Förster meines Vertrauens und säge sie mir gleich am Übergabeort auf 35 cm und 45 cm Stücke zurecht.

Zu Hause zerlege ich diese mit dem Spalter in stapelbare Holzscheite für unsere Kaminöfen bzw. Heizkessel.

Meine dadurch reichlich strapazierten und bislang ziemlich abgenutzten Carlton Sägeketten (Halbmeißel 3/8″ LP 1,3 – 35 cm) müssen danach natürlich wieder auf Vordermann gebracht werden.

Mit der Hand an ihnen herumzufeilen hat sich als unglaublich unpraktisch und unter’m Strich als viel zu teuer erwiesen. Entweder bekomme ich den Schärfwinkel nicht richtig hin, vermasele den optimalen Druck auf die Feile oder bringe durch Verwackeln einen inakzeptablen Dachwinkel an. Insgesamt beurteile ich die vom Laien angewandte händische Methode schlicht als Murks und speziell beim Gelegenheitssägen nur für den absoluten Notfall anwendbar.

Und teuer ist dies Verfahren auf Dauer auch noch, da die Zähne der Kette dadurch unvermeidbar ungleich lang und ungleich scharf werden und die untaugliche Kette wieder und wieder und wieder geschärft werden muss.

Natürlich wollte ich mich auch an der elektrischen Schärfmethode versuchen.

Also nee, das ist etwas für Leute, die unerschütterlich an ihre handwerkliche Präzision glauben und sich dann auch nicht zu schade sind, sich anerkennend selbst auf die Schulter zu klopfen.

Im Internet werden Elektro-Kettenschärfer massenweise angeboten und ihre kundenvorteilhaften Fähigkeiten mit unglaublich wohlfeilen Texten gepriesen. Der Kunde kann sich je nach Portemonnaie in allen Preisklassen austoben. Je teurer, desto professioneller lautet das Credo.

Ich stimme zu, ganz sicher ist die Höhe des Preises auch für ein gutes Schärfergebnis ausschlaggebend. Je teurer, desto schärfer wird die Kette (glaubt man) und umso öfter kann sie verlustarm geschärft werden (hofft man). ABER MAN MUSS ES AUCH WIRKLICH KÖNNEN. Eine teure Maschine macht mich noch lange nicht zum Präzisionsscharfmacher.

Lohnt sich ein eigenes Elektro-Kettenschärfgerät für den privaten Gelegenheits-Holzzerkleinerer überhaupt?

Wir Selbstwerber, Hobbysäger und Selbermacher brauchen unsere Kettensägen nicht beruflich und so weit ich es in meiner Bekanntschaft überblicken kann, ist der Holzerwerb für 1 Wintersaison durchschnittlich nicht größer als 7 bis 10 Raummeter.

Ich säge und spalte mein Holz schon etliche Jahre selbst und ich habe relativ selten mitbekommen, dass jemand allein für 1 Haushalt und 1 Heizsaison 15 Raummeter und mehr heimgeholt hätte.

Meine intensive Suche nach einem realistisch brauchbaren – nicht einmal unbedingt qualitätiv anspruchsvollen – Sägekettenschärfgerät zu einem wirtschaftlich vertretbaren Preis habe ich sehr bald aufgegeben.

Ich fand einfach kein Gerät, welches meinen relativ normalen Ansprüchen an ein ausgewogenes Preis-Leistungverhältnis standhielt.

Die preisgünstigen Geräte habe ich ganz schnell und mit ruhigem Gewissen von meinem Wunschzettel gestrichen.

An mittelklassigen Geräten, so bis bis 150 Euro, konnte ich ebenfalls keinen Gefallen finden.

Die noch teureren Geräte ab 300 Euro fanden schon eher mein Interesse; aber so eine Ausgabe ist selbst für meinen Holzbedarf und meine Qualitäts-Sägeketten einfach unwirtschaftlich.

Was tun?

Die einzig vernünftige Entscheidung war, mich an einen professionellen Schärfdienst zu wenden, der meine Sägeketten fachgerecht wieder auf maximale Schärfe bringt.

Zuerst begab mich zu einem örtlichen Händler für Gartengeräte und -maschinen. Er forderte 10 Euro für das Schärfen 1 Kette. Als ich sah, dass er dafür ein Schärfgerät einsetzt, welches ich aus der Billigklasse des Internetangebots kenne, staunte ich nicht schlecht und wandte mich erschüttert ab.

Meine Frau fand die Lösung.

Natürlich nicht einfach so an der nächsten Ecke, nicht einmal in der Nähe, aber im Internet. Unter’m Strich erwies sich dies jedoch als maximal bequem und ungeheuer zeitsparend.

Und bemerkenswert preisgünstig !

Ich schickte meine Sägeketten per Post quer durch die Republik zum

➡ Schärfdienst24, Firma Sylvio Janzen.

Der schärft Sägeketten gegen Entgelt mit Sachverstand und professionellem Gerät.

Für einen Preis von 30 Euro (21 Euro für die Dienstleistung + nicht einmal 9 Euro für das Hin- und Herschicken) ließ ich bei ihm 7 Sägeketten schärfen.

Nach meinen Recherchen ist dies aktuell die wirtschaftlichste Variante, die ich finden kann. Statt mir selbst heute ein richtig ordentliches Schärfgerät für 250 bis 300 Euro oder teurer zu kaufen, sende ich meine Sägeketten für diesen Betrag die nächsten 8 bis 10 Jahre an den Schärfdienst.

Meine Ketten werden dort handwerklich ordnungsgemäß gehandhabt, kommen mit einheitlicher Zahnlänge und akuratem Schliff zurück und ich habe mir nicht einmal selbst die Finger schmutzig machen müssen.

Sicher vermeide ich dabei zusätzlich auch noch eine vorschnelle Abnutzung der Sägeketten und spare ggf. noch einmal bis zu 20% des Kettenpreises durch ein verlängertes Kettenleben.

Und ich habe nur ein Päckchen gepackt.

Mehr nicht.

Geht’s noch bequemer?

Sicherer kann ich einen gefährlichen “Kickback” meiner Kettensäge mit unsachgemäß geschärfter – in überschätzter Eigenleistung akribisch sogar selbst verstümmelter – Sägekette nicht vermeiden.

Preiswerter geht es nun wirklich nicht mehr.

Ich spare sogar weiteres Geld dadurch, denn ich vermeide nämlich so nebenbei einen vorzeitigen Tod meiner laienhaft selbst geschärften und fahrlässig beschädigten Sägekette.

Aus Überzeugung gebe ich erhebliches Geld für eine anständige Kettensäge eines Qualitätsherstellers aus und dann versemmele ich sie durch den Kauf eines Billigschärfgerätes? Wie peinlich ist das denn?

Ich will unversehrt wieder aus dem Wald heraus und kerngesund zu meiner Frau nach Hause kommen. Also spare ich deshalb zum Erhalt meiner körperlichen Unversehrtheit nicht an sicherer Schutzkleidung.

Ich verwende auch nur optimales und ökologisch einwandfreies, nicht billiges Kettenöl und Benzin.

Ich kaufe mir ausschließlich gute und verlässliche Sägeketten der Firma Carlton, denn ich lege Wert auf gutes Material und eine lange Lebensdauer.

Warum im Namen aller Waldgeister und Wiesennymphen soll ich all diese Sicherheitsbemühungen wieder ad absurdum führen, indem ich mir aus falschem Geiz meine Sägeketten unbedingt unfachmännisch selbst “unschärfe” und “abspane” und mir dabei selbstgefällig einrede ich könnte sogar auch dies besser als andere?

Um mir auf lächerliche Art und Weise vorzumachen was für ein toller Hecht ich bin und mich glauben zu machen, dass ich ein paar Euromünzen gespart hätte?

Gerade die unfachmännisch selbst manipulierte Sägekette ist exakt das, was mir beim Herumhantieren im Wald die Motorsäge aus der Hand reißen und um die Ohren fliegen lassen kann oder was mir unter Umständen dadurch gehörig ins Bein schneidet.

Es sind weder die Säge noch meine Schutzkleidung, die mir gefährlich werden können. Die stumpfe oder falsch geschliffene Sägekette ist der Unheilsbringer.

Also muss ich mich doch einmal fragen: “Warum soll ich ausgerechnet an der falschen Stelle sparen und mich dadurch ohne Not in höchste Gefahr bringen?”

Und ….

Wer schon öfter im Wald war, um am Waldrand abgelegte Polter vorbereiteten Stammholzes kamingerecht zu zerkleinern, der weiß nur zu gut, dass man dabei meistens allein ist.

Wer hilft, wenn man ausgerechnet dann aus eigener Schuld von seiner eigenen Sägekette erwischt wird? 

Ich würde mir doch nie im Leben ein richtig teures Auto einer anerkannten Nobelmarke kaufen und mir dann die billigsten, runderneuerten Puschen auf die Felgen ziehen lassen, um dadurch mein sauer verdientes Geld auf direktem Wege um den nächsten Baum zu wickeln.

Binnen 3 Arbeitstage hatte ich meine Sägeketten sorgefältig geschärft, geölt, mit gleichmäßig langen Schneidzähnen und mit geschmeidigen Kettengliedern zurück.

Hat jemand eine bessere Idee oder kann mir irgendwer wenigstens eine wirtschaftlichere Methode vorrechnen?

Bin sehr interessiert.

4 KommentareSchreiben Sie Ihre Meinung

  • Deine Idee finde ich super. Ich habe bis eben gerade noch nachgedacht welche von diesen Schärfmaschinen ich mir kaufe. Jetzt lasse ich lieber die Finger davon und mache es so wie du. Was du schreibst überzeugt mich mehr, als das Werbegeschwafel der Verkäufer dieser Heimwerkergeräte.

  • Wertvoller Verbraucherhinweis. Bin gerade mächtig mit meinem Stämmen befasst. Meine Ketten kennen nur meine uralte Kettensäge, mich und meinen Billigschärfer. So sehen sie aber auch aus und entsprechend eingeschränkt kann ich damit arbeiten. Habe mich daran so gewöhnt, das es mir gar nicht mehr anders in den Sinn kam. Werde meine nächsten Ketten ebenfalls vom Profi instandsetzen lassen.

  • Hallo,

    vielen lieben Dank für den tollen Bericht. Gerne sind wir auch zuküftig für Sie da und schärfen Ihre Sägeketten. Seit neustem bieten wir auch div. Sägeketten von Stihl & Carlton zum Kauf an, falls die eine oder andere Kette  nicht mehr geschärft werden kann. Wir kooperieren hier mit zwei exzellenten Partnern und können dadurch auch super Preise anbieten.

    Bis zum nächsten Mal.

    Schöne Pfingsten wünscht

    Schaerfdienst24.de

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