Haus-Heim-Hof

OREGON Sägekettenschärfer ?

Nachdem ich am geliehenen Sägekettenschärfer Güde GS 650 kläglich gescheitert bin, wollte mich meine Frau überraschen und erwarb einen eigenen Sägekettenschärfer. Allein vom Preis sollte sich zeigen, dass mit dem Neugerät die Kategorie “Ganz billig” verlassen wurde.

Auf dem neuen Sägekettenschärfer prangt in großen Lettern OREGON und als OREGON mini Kettenschleifgerät 106550 wird das Maschinchen für 119 Euro bei   ➡ online-shopping-weiss angeboten.

Später (heute)  finde ich diesen Schärfer im Internet in anderen Shops unter ganz anderem Namen oder zu unerklärlich abweichenden Preisen.

Die Internetseite ➡ MYPARTSPARTNER zeigt das Gerät mit einem Aufkleber der Firma “SPEEDMASTER” und bezeichnet es als semiprofessionell.
(03.04.2016 = eine Überprüfung von  MYPARTSPARTNER ergab heute, dass der bisher gültige Link nicht mehr funktioniert)

Über ein Suchfeld kann man sich einen Händler in seiner Nähe heraussuchen.

Der ebay-Shop SWSFORST bietet ein identisches  Kettenschärfgerät aktuell für 127 Euro + 4,80 Euro Versandkosten unter der Bezeichnung Oregon Jolly mini Kettenschärfgerät zum Sofortkauf an.

Der ebay-Shop RUTOOLS ist um 1 Euro preiswerter.

Unter der Bezeichnung Kettenschleifgerät FGP015144 steht das Gerät auch bei ➡ KRAMP  im Netz.

Für 170 Euro gibt’s die Kettingslijpmachine F-EASY TECOMEC KRAMP KFGP015144 beim niederländischen Anbieter VAN DEN BOSSCHE

Und satte 179 Euro will der Holländer VAN DEN BOSSCHE auf seiner Internetseite ➡ GREENTOOLS für das Elektrogerät.

Der Onlineshop Weiss sandte uns den Sägekettenschärfer samt OREGON-Aufkleber wie zugesagt pünktlich zu und ich baute ihn zusammen. Dazu gibt es auf YouTube sogar eine anschauliche Videoanleitung.

Das Gerät macht optisch einen recht vernünftigen Eindruck.

Ich habe diesen Kettenschärfer dann jedoch nicht benutzt, ihn statt dessen ordentlich und bis zur letzten Schraube vollständig wieder zusammenpackt und am 08.04. zurückgesandt. Am 09.04.2015 kam er dann lt. Paketverfolgung beim Online-Verkäufer an.

Etwas an dem Gerät hat mich zutiefst gestört:

In der Bedienungsanleitung steht der Herstellerhinweis, das Gerät dürfe “am Stück” nur 15 Minuten lang  genutzt werden, dann müsse es für eine “angemessene” Dauer ausgeschaltet werden.

Nur 15 Minuten “Dauerlauf” für ein semiprofessionell bezeichnetes Gerät?

Für ein Gerät der Weltfirma OREGON?

Danach angemessen lange abschalten?

Was ist als angemessen anzusehen, um die Garantiebedingungen nicht zu verletzen?

Mir kommt das arg seltsam vor und bereits allein aus diesem Grunde ist dies Werkzeug nichts für mich. Da will ich es gar nicht erst ausprobieren und dadurch an ihm unvermeidliche Gebrauchsspuren erzeugen.

Da ich nicht weiß, ob diese vorher nicht bekannte, einschränkende Benutzbarkeit einen Reklamationsgrund darstellt, ist das Gerät kurzerhand aufgrund des gesetzlich verbrieften Widerrufsrechts an den Versender zugeschickt worden.

“Leider!” möchte ich ausdrücklich betonen.

Aber ich kann mich ja wohl kaum an den Hersteller wenden. OREGON ist das ja offenbar gar nicht. Ich bin dem Hersteller gegenüber zudem deshalb argwöhnisch geworden, weil er diesen Sägekettenschärfer auf den letzten deutschsprachigen Seiten seiner Bedienungsanleitung urplötzlich als “Nietgerät” bezeichnet.

Das kommt mir nicht mehr nur spanisch vor. Das lässt mich eher schon auf weitere Ungereimtheiten tippen und mich fragen, was da in der Anleitung noch an Übersetzungsfehlern schlummern mag, bzw. was könnte da am Gerät noch auf mich warten.

Ein weltweit geachtet guter Name auf so einem merkwürdigen Werkzeug.

Kann man ein Gerät, dass man nur 15 Minuten lang einschalten darf, als Werkzeug bezeichnen?

Ich find’s für mich bedenklich.

Nachsatz: Die Kosten für den Rückversand aufgrund eines Widerrufs haben wir Kunden selbst zu bezahlen und können auch nicht verlangen, dass sie erstattet werden.

Aber das finde ich so auch vollkommen OK.

Der kosten- und zeitsparende Onlinekauf und die bequeme Art der Rückgabe sind ein immenser Kundenvorteil. Warum sollte ich meinen geringen Anteil daran nicht tragen wollen?

 

ABER ACHTUNG:

Es gibt doch tatsächlich Shopbetreiber, die geben sich schlauer als Polizei erlaubt und verkünden, sie hätten bis zu 30 Tagen Zeit, um die zurückgesandte Ware zu überprüfen und das Geld (die erhaltene Kundenleistung) zurückzugeben. Sie treten dabei nicht selten sogar oberlehrerhaft auf und erteilen dem Kunden rechtliche Hinweise, indem sie auf das Gesetz verweisen. Nicht ein bestimmtes Gesetz. Nein ganz allgemein “das Gesetz”. Und sie behaupteten,  was sie tun sei vom Gesetz gedeckt.

Meinen diese klugen Onliner, sie seien sowieso klüger als der Kunde und somit seien sie in dieser Geschäftsbeziehung automatisch auch quasi das Gesetz?

Davon darf man sich überhaupt nicht beeindrucken lassen. Locker bleiben! Das neue Widerrufsrecht sagt unmissverständlich, dass das Geld spätestens 14 Tagen nach Erhalt der zurückgeschickten Ware an den Kunden zurückgezahlt worden sein muss. Danach befindet sich ein nicht zahlender Lieferant bereits im Schuldnerverzug. Ich würde den säumigen Lieferanten trotzdem deswegen 2 Tage vorher anschreiben, die ausstehende Zahlung anmahnen und ihn ausdrücklich auf den eintretenden Zahlungsverzug verweisen. Zahlt er dann trotzdem nicht, würde ich sofort einen Anwalt einschalten und dem 9 x klugen Lieferanten ein paar Euro Anwaltskosten auf’s Auge drücken.

Anders ist es womöglich bei großen und/oder schweren Gegenständen, die der Lieferant wieder abholen muss/lässt. Dienstleistern und Bankern muss man sicherlich auch anders beikommen.

3 KommentareSchreiben Sie Ihre Meinung

  • Da sieht man es, die Industrie gauckelt uns im Interesse ihres Umsatzes vor, dass wir unsere Sägeketten selbst schärfen müssen, denn dadurch würden wir Geld sparen.
    Das nennt man Bedarfweckung.
    Das wir unser gutes Geld dadurch vollkommen sinnfrei in andere Hände geben, selber aber nix besseres dadurch in unseren Händen halten, wird uns zu spät klar.

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