Haus-Heim-Hof

Grillen ist auch 2013 wieder voll im Trend.

Endlich haben wir es auch im Garten warm und gemütlich und schon steigt die Lust den Grill anzuwerfen.
Ich hatte bislang einen Single-Haushalt. Da lohnte es sich wirklich nicht einen Holzkohlegrill anzuschaffen oder zu betreiben, um mir 2 bis 3 Bratwürstchen zuzubereiten..
Seit Anfang des Jahres hat sich das bei mir geändert und wir sitzen nun öfter gemeinsam auf der Terrasse und von Stund an hat ein Holzkohlegrill einen wirtschaftlich vertretbaren Rahmen und auch die mit ihm zusammenhängende Arbeit scheint nicht nur gerechtfertigt, sondern findet auch Anerkennung.

Da kann man als Mann mal wieder an längst vergessene archaische Gewohnheiten anknüpfen.
Doch damit hat es sich auch schon mit meinen Kenntnissen.

Zuerst einmal habe ich mir aus einem Betonring einen ganz simplen Grill gebaut.

Die Idee dazu habe ich von Gitti, die mir eine Frage nach einem brunnenähnlichen Gebilde auf einem ihrer in diesem Blog veröffentlichen Fotos beantwortete. Für ausreichend Unterluft (Sekundärlüftung) habe ich hoffentlich gesorgt.
Primärluft nimmt der Grill aus der Umgebungsluft bzw. helfe ich anfangs mit einem Blasebalg nach. Der muss nicht zwingend ein technisches Highendprodukt sein. Ein einfaches Teil reicht aus und so etwas gibt es in jedem Baumarkt für wenig Geld.
Ich will es ja nicht übertreiben und hab auch nicht vor meine Nachbarn durch ein glitzerndes Edelstahl-Equipment allerfeinster Machart zu beeindrucken.

Mir geht es in erster Linie darum, dass Würstchen und Fleisch erwärmt werden.

Vier- bis fünfmal habe ich diesen Do-it-yourself-Grill bereits erfolgreich betrieben.

Wunderbar.
Da er groß genug ist, kann ich das Grillgut so auf die beiden halbkreisförmigen Grillroste legen, dass das heruntertriefende Fett nicht in die Glut der Holzkohle fällt und durch das Verbrennen krebserregender Qualm aufsteigt, der sich am heißen Grillgut festsetzt.

Gitti hat nichts dagegen, dass ich die 3 Fotos veröffentliche, die sie mir freundlicherweise zugemailt hat.
Der Grill besteht aus einem Brunnenring mit geschlossenem Boden (3 Löcher eingebohrt), den sie außen mit Steinen hat bekleben lassen.
Im Grill dienen zurechtgeschnittene Betonplatten als Auflage für die Holzkohle.
Durch die Ritzen zwischen den Betonplatten und dem Innenrand des Brunnenrings kann ausreichend Luft zur Grillkohle hochsteigen.

Ich finde Gittis Gartengrill so toll, dass ihn auch andere sehen sollten.

Aber trotz allem hatte ich doch ein unangenehmes Problem.
Ich habe die Grillkohle bislang stets einzig und allein mit Kleinholz angefacht. Das klappt gut, dauert aber locker 20 – 30 Minuten, bis die Grillkohle durchgeglüht ist, einen gleichmäßig weißen Ascheüberzug  hat und genügend Wärme fürs Grillen erzeugt.
Dieser Vorgang erzeugt trotz knochentrockenem Anmachholz bei mir etlichen beißenden Qualm. Der reizt die Augen, lässt die Kleidung unangenehm nach Brand riechen und könnte die bislang immer sehr freundlichen Nachbarn vergrätzen. Das muss ja nicht unbedingt sein.

Jetzt habe ich bei Clipfish ein Video des Autoren svfrechenhausen (ist garantiert kein Sportverein) gefunden, auf welches ich unbedingt aufmerksam machen möchte,
http://www.clipfish.de/video/3027641/grill-anzuenden/

Der Hauptdarsteller der Videoaufnahme bringt die von ihm frisch aufgeschüttete Grillholzkohle mit einer Heißluftpistole nach sage und schriebe 2 Minuten zum Glühen.

Donnerlüttchen!

Schaut euch das beeindruckende Video selbst an.
Mich hat die Vorstellung überzeugt und ich habe mir über Amazon vom Werkzeugpoint in Haigerloch einen 2000 Watt Heißluftföhn der Marke Matrix für 23,50 Euro liefern lassen.

Adresse:
Werkzeugpoint; HMK-Handel u. Vertrieb
Im Wiesengrund 5, 72401 Haigerloch
Tel.: 07474-951304 und Fax: 07474-951305
Lt. Gerätebeschreibung soll dieser eine Hitze von 550°C erzeugen.
Das sollte die Grillkohle zum Glühen bringen.
Gelesen habe ich, dass auch 500°C vollkommen ausreichen.

Ein teureres Produkt wollte ich mir nicht gleich anschaffen, da ich erst einmal testen möchte, ob ich das Ergebnis des svfrechenhausen auch bei mir zu Hause hinbekomme. Dieser Versuch soll sich in einem finanziell überschaubaren Rahmen bewegen.

Mit Gitti habe ich bereits telefoniert, sie will das Prinzip ebenfalls ausprobieren, da ihr das Anzünden mit Bio-Grillanzündern auch zu lange dauert.
Sie hat gelesen, dass einige Grillmeister die Grillkohle mit preiswertem Salatöl bespritzen. Das soll als Brand – bzw. Glühbeschleuniger wahre Wunder wirken. Ausprobiert hat sie es aber noch nicht.
Ich werde auch dies in Kombination mit dem neu erwobenen Heißluftföhn versuchen und über das Ergebnis berichten.

Ich habe den Heißluftföhn zusammen mit meinem Nachbarn heute ausgepackt, angeschlossen, eingeschaltet und auf neu aufgelegte Grillholzkohle gerichtet.
Stufe 2 des Föhns bringt die volle Luftleistung und die maximale Temperatur.

Bei einem Abstand von ca. 10 cm zwischen der Austrittsöffnung des Föhns und der Holzkohle dauerte es lediglich 15 bis 20 Sekunden bis die erste Holzkohle zu glühen begann.

Was soll ich sagen?
Voll der Wahnsinn!
Ruck zuck fertig und kein Qualm, kein Gestank, keine Gefahr die Nachbarschaft unnötig zu belästigen.

Ich möchte mich hiermit ganz ausdrücklich beim Kanal svfrechenhausen bedanken und erlaube mir, den preiswerten  MATRIX-Heißluftföhn  vom Werkzeugpoint  zumindest für diese Zwecke wärmstens zu empfehlen.


Fotos von Gitti zur Verfügung gestellt

6 KommentareSchreiben Sie Ihre Meinung

  • Guten Abend Uli, bin gerade eingetroffen und Ella hat mir Deine Frage zugemailt.
    Ich schreib lieber gleich. Sonst könnte ich es vergessen.
    Ich habe in meinen Brunnenring seitlich jeweils schräg gegenüberliegend 3 Löcher je 30 mm eingebohrt.
    Dann habe ich innerhalb des Ringe auf dessen Boden an mehreren Stellen je 2 Beton-Pflastersteine a 10 cm Stärke übereinandergelegt. Um diese herum habe ich den Boden mit Kies und Sand aufgefüllt, um ein Durchbrennen heißer Asche auf jeden Fall zu vermeiden.
    Sicher ist sicher.
    Danach habe ich weitere Betonsteine auf die bereits eingelegt getürmt, um kleine Säulen zu schaffen, auf die ich dann Beton-Fußwegplatten von 5 cm Stärke aufgelegt habe.
    Musste ich natürlich zurechtschneiden.
    Da es mehrere Stücke sind, brauchte ich auch mehrere Säulen der vorher eingelegte Beton-Pflastersteine.
    Später habe ich dann festgestellt, dass es sinnvoll ist die Flache des Grills auf welcher die Grillkohle angezündet werden soll, zu halbieren und eine Hälfte um 4 cm höher zu legen, als die andere.
    Habe dadurch die Möglichkeit auf 2 verschiedenen Höhen zu grillen.
    Steaks, Würstchen, Gemüsespieße und Fisch lassen sich dadurch trennen, aber ziemlich gleichzeitig fertiggrillen. Warm halten oder kühl stellen geht auch leichter.
    Die Abdeckung habe ich angefertigt, um den Grill oder die Feuerschale (dazu nutze ich den Betonring auch) zum Feierabend einfach abdecken zu können und nicht mit Wasser ablöschen zu müssen, weil das  A) dabei eine mächtige Qualmwolke erzeugt, B) viel Asche in die Höhe reißt und Anwesende in weißen Staub kleidet, C) weil ein heißer Betonring, den man mit Wasser übergießt. sehr  leicht reißt.
    OK. Weitere Fragen einfach über den Blog.
    Viel Erfolg.

  • Wie hast du die Unterlüftung gemacht? Wir sind dabei einen Grill aus einem betonring zu bauen und möchten aufgrund der Hitze innen einen Stahlring einlegen mit Dämmung- wie ist deine Erfahrung?

    • Hi, bin gerade im Blog. Curtis ist am Wochenende auch zu packen, muss für mich ein uraltes, handgeschriebenes Kochbuch überarbeiten und er hat zugesagt, dass er dir seinen Grill beschreibt und alternative Tipps gibt, damit du nicht zuviel Euro investierst. Sein Grill und Feuerstelle ist – von Coronazeiten abgesehen – der Treffpunkt der Nachbarn geworden. Grillen, Stockbrot, feiern bei loderndem Lagerfeuer (sogar bei Frost und seit Jahren am Heiligabend 21 Uhr nach der Bescherung) und …… lustigmachenden Getränken.
      Er hilft dir gern.

  • Hallo zusammen,

    ich habe auch einen Grill aus einem Betonring gebaut, allerdings sollte man bedenken das der Beton nicht wirklich hitzebeständig ist (bricht leider bei zu hoher Hitze). Ich versuche der Problematik mit einer Feuerschale / Hitzeblech entgegenzuwirken. Hat damit jemand Erfahrung?

    • Mein Betongrill hält schon ewig. Aber ich grille auch nur. Mein Schwager hat sich auch so einen Betonring dekoriert und ihn dann zur Feuerschale gemacht. Der ist tatsächlich durch die extrem hohe Hitze bei dieser Verwendung gerissen.

      Heute legt er auch eine unlackierte Feuerschale aus Stahlblech auf den Rand und somit in den Betonring. Aber er hat zwischen dem oberen Rand des Betonrings und der Feuerschale Abstandsstücke eingemauert (irgendwelche Steine aus der Feldmark. Sogenannte Kartoffelsteine). Dadurch kann die Hitze entweichen, die sich unter der Feuerschale entwickelt.
      Über die Feuerschale hat er ein Grillgitter gelegt. In die Feuerschale selbst kommt die Grillkohle.

      Obwohl sein Betonring deutliche 1-2 mm starke Risse zeigt, hält er immer noch fest zusammen.

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